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10. Dezember 2020

Wege in die 1,5°-Wirtschaft

1,5° Wirtschaft – was ist das?

Im Rahmen des Pariser Abkommens haben sich die Staaten der Welt dazu verpflichtet, die globale Erderhitzung zu begrenzen. Als Ziel wurde definiert, die Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius, im Idealfall unter 1,5 Grad Celsius zu beschränken.

Die globale Erwärmung hat globale Folgewirkungen. Die Wissenschaftler*innen des International Panel on Climate Change (IPCC) haben analysiert, welche Effekte der Erderhitzung bei welchem Temperaturanstieg erfolgen und wie diese unser Leben beeinflussen werden.

Die obere Abbildung zeigt die Auswirkungen der Erderwärmung. Um diese Ziele zu erreichen, darf die Menschheit nur mehr eine gewisse Menge an Treibhausgasen in die Atmosphäre einbringen, bevor deren Konzentration zu hoch wird. Um diese Veränderungen zu verhindern, müssen die Treibhausgasemissionen schnellstmöglich drastisch reduziert werden. Wir alle müssen unseren Beitrag dazu leisten – die Unternehmen im Projekt haben dies erkannt und arbeiten in den nächsten zwei Jahren gemeinsam an zwei Zielen.

Die 15 teilnehmenden Unternehmen sind in folgenden Branchenclustern vertreten:

  • Finanzdienstleister: BKS Bank, UniCredit Bank Austria, VBV Vorsorgekasse
  • Gebäude: A1, Value One
  • Industrie: AT&S, Greiner AG, gugler*, Mondi Group, Palfinger, RHIM, Vöslauer
  • Mobilität: ÖBB, SPAR, Österreichische Post AG

Zwei Ziele – Zwei Jahre – viele Herausforderungen

Jedes der teilnehmenden Unternehmen wird sich in den kommenden zwei Jahren intensiv mit der Berechnung und Entwicklung von Science Based Targets – wissenschaftsbasierten Emissionsreduktionszielen – auseinandersetzen. Die unternehmensspezifischen Treibhausgas-Fußabdrücke werden ermittelt und ein Zielpfad berechnet, der die Einhaltung des 1,5°-Ziels ermöglicht. Im Rahmen der validierten Methoden der Science Based Targets Initiative müssen Unternehmen alle entlang der gesamten Wertschöpfungskette anfallenden Emissionen erheben, nach dem GHG-Protocoll erfassen und jährlich updaten. Auf Basis der erhobenen Daten sollen sie Ziele entwickeln, die eine schnellstmögliche Reduktion dieser Emissionen ermöglichen – den Weg zu Science Based Targets zu erkunden, ist also das erste Ziel dieses Projekts.

Das zweite Ziel ist die Entwicklung von konkreten Projekten, Maßnahmen und Ideen zur Emissionsreduktion. Diese Arbeit orientiert sich an vier inhaltlichen Clustern (Gebäude, Industrie, Finanzdienstleister und Mobilität) in denen die Unternehmen, die aus der entsprechenden Branche kommen oder im genannten Bereich Lösungen benötigen, zusammenarbeiten.

Erste Herausforderung ist oft bereits die Datenerhebung

Vor allem die Emissionen aus der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette sind oft schwer in ihrer Gesamtheit zu erheben – die Datengrundlage von Seiten der Zulieferer und Abnehmer ist in gewissen Sektoren noch sehr schwach, sodass schon die Erhebung dieser Scope3-Emissionen (Erklärung zu Scope 1,2 und 3 in der nachstehenden Abbildung) viel Zeit und Arbeitsaufwand beanspruchen.

Im Scope3-Bereich braucht es bei der Datenerhebung und -berechnung viel Expertise und vor allem die Kenntnis von methodischen Ansätzen und Werkzeugen zur Ermittlung der notwendigen Daten. Die Denkstatt GmbH und der WWF bringen ihre Expertise in die Unternehmen ein und leiten diese an.

Auch der menschliche Faktor hat entscheidende Bedeutung

Damit Science Based Targets erfolgreich implementiert werden können und daraus resultierende Maßnahmen auch umgesetzt werden, ist die Unterstützung durch die Entscheidungsträger*innen und Mitarbeiter*innen in den Unternehmen unerlässlich – sind sie gut informiert, von der Notwendigkeit für Klima- und Umweltschutz überzeugt und tragen die notwendigen Maßnahmen mit, leistet jede*r Einzelne*r von ihnen seinen Beitrag für eine nachhaltige Zukunft.

Auch für das oben dargestellte Scope3-Problem mit der Datengrundlage kann Kommunikation ein essentieller Baustein sein – der WWF entwickelt gemeinsam mit den Unternehmen Materialien und Strategien zur Information und Motivation von Stakeholdern aus den vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsketten.

Maßnahmen kooperativ entwickeln – und gemeinsam Emissionen reduzieren

Die vier Branchencluster – Finanzdienstleister, Gebäude, Industrie und Mobilität – widmen sich den spezifischen Herausforderungen, die die Unternehmen in den vier Gebieten haben. Das Projekt liefert hier den Raum, damit sich die Unternehmensvertreter*innen vertraulich über die Herausforderungen und Erfolge der Science Based Targets-Entwicklung austauschen können.

Zusätzlich entwickeln die Unternehmen gemeinschaftlich neue unternehmensübergreifende Ansätze oder Projekte, damit Emissionen effektiv reduziert werden können. Momentan befinden wir uns noch in der Frühphase des Projekts, arbeiten an kreativen Konzepten und testen Ideen auf ihre Erfolgsaussichten.