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März 2021

Technologiestudie: Einsatz finanzieller Mittel historisch

Von Amela Ajanovic, Reinhard Haas, Hans Auer und Marlene Sayer (EEG, TU Wien)

Investitionen in der E-Wirtschaft sind bei der Gestaltung des Energiesystems der Zukunft ein zentrales Thema. Investitionen in alternative erneuerbare Technologien müssen getätigt werden, damit verbunden ist ein Netz- und Speicherausbau notwendig, um die fluktuierende Energie einspeisen, transportieren und speichern zu können. Es werden jedoch auch Investitionen in Gasturbinenkraftwerke, die neben Pumpspeicherkraftwerken zu den Spitzenlastkraftwerken zählen, benötigt.

Ziel dieser Arbeit ist es die Investitionen der Elektrizitätswirtschaft, sowie die Forschungs- und Entwicklungsförderungen der letzten Jahre hinsichtlich unterschiedlicher Bereiche und Technologien aufzuzeigen.

In Hinblick auf die Klimaziele der österreichischen Bundesregierung sowie auch auf EU-Ebene werden hohe Investitionen in das österreichische Energiesystem in den kommenden Jahren notwendig sein. Eine Umstellung auf ein erneuerbares Energiesystem wird deshalb ohne entsprechende Förderungen in F&E nicht möglich sein, da neue Energietechnologien meist weniger wettbewerbsfähig und teurer sind als bereits ausgereifte Technologien. Daher ist es für neue Technologien sehr schwierig auf den Markt zu kommen. Stabile F&E Programme, wie sie in Österreich vorhanden sind, können private Investitionsanreize auslösen.

Wichtig ist es hier zu beachten, dass ein Mix aus unterschiedlichen Technologien benötigt wird, um Energiedienstleistungen bereitzustellen und zu einem sozial optimalen Ergebnis zu gelangen. Als Grund dafür werden die Wissens-Spillover Effekte von einer Technologie auf die andere genannt. Diese sind zwischen ähnlichen Branchen am höchsten.

Gemessen am Anteil von Ausgaben für Energieförderungen liegt Österreich an neunter Stelle. Norwegen hat hier mit Abstand den höchsten Wert gefolgt von Finnland und Japan.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Österreich ein gut angelegtes Energiefördersystem besitzt und auch die Unternehmen im Energiesektor erkannt haben, wie wichtig Investitionen und Innovationen in diesem Bereich für das zukünftige Energiesystem sind. Eine kürzlich erschienene Studie von Oesterreichs Energie berechnet außerdem die direkten und indirekten Effekte auf die inländische Wertschöpfung in der Höhe von 18 Mrd. Euro, die die benötigten Investitionen von 25 Mrd. Euro im Energiesektor auslösen.

Eine langfristige Strategie, die neben der Angebotsseite auch die Nachfrageseite berücksichtigt und möglichst viele unterschiedliche Technologien miteinbezieht, wird letztendlich zu einem neuen, erneuerbaren Energiesystem führen.

 

Dieser Beitrag stellt einen Auszug aus dem 3. Wissenschaftlichen Zwischenbericht aus dem Forschungsprojekt „Technologiebewertung historisch und Szenarien 2030/2050“ dar, welches im Rahmen des Schwerpunktes Energy Transition 2050 aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert wird. Der gesamte Zwischenbericht inklusive Grafiken steht unten als PDF zum Download zur Verfügung.