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Dezember 2019

Studienergebnisse: Energiewende bottom up – Sozial innovative Handlungsansätze und neue AkteurInnen

Bottom-up Initiativen tragen zum Auflösen der systemimmanenten Trägheit bei

Das Energiesystem ist aufgrund der Klimakrise in eine „Stresssituation“ gekommen. Die Veränderung in Richtung Energiewende ist erforderlich, aber was vertraut ist und funktioniert, wird nicht gerne aufgegeben. Dieses Verlangen nach Sicherheit und Stabilität führt zu einer systemimmanenten Trägheit des Systems und bildet dadurch ein Hemmnis für den Wandel. Bottom-up Initiativen ermöglichen Engagement und Involvierung und können eine Dynamik zum Überwinden dieser systemimmanenten Trägheit leisten.

Die (möglichen) Bottom-up-Beiträge zur Energiewende

Zwar werden in Studien enorme theoretische (technische) Potenziale ausgewiesen, die eine Energiewende machbar erscheinen lassen. Das aktuell tatsächlich „ausgeschöpfte Potenzial“ ist allerdings weit vom theoretischen und wirtschaftlichen Potenzial entfernt. Die Schlüsselfrage der Klimaschutzpolitik ist daher: Wie nähert man das aktuell „ausgeschöpfte“ Potenzial an das theoretische und zuvorderst wirtschaftliche an? Wie initiiert man einen Wandel bzw. eine Dynamik, die dies ermöglicht? Inwiefern können neue Handlungsansätze und neue AkteurInnen einen Beitrag dazu leisten? Und wie kann die Politik dabei unterstützend wirken? Das waren die zentralen Fragestellungen im Zusammenhang mit Bottom up und soziale Innovationen.
Auf Grundlage des Screening möglicher Vorbildprojekte, eigenen ExpertInnen-Wissens sowie der Erkenntnisse aus Workshops wurden für die drei Themenfelder Wärme, Strom und Sharing detailliertere Steckbriefe entwickelt.

© EBU für Klima- und Energiefonds

Die bottom-up Empfehlungen für eine gelungene Energiewende sind:

  1. Gemeinsam Dämmen mit nachwachsenden Rohstoffen
  2. Gemeinsames Dämmen der obersten Geschoßdecke (oGD) mit nachwachsenden Rohstoffen + Heizsystemoptimierung
  3. Gemeinsames Dämmen der oGD mit NAWAROs + Heizungssystemoptimierung
  4. kombiniert mit einer PV Anlage mit Warmwasser Heizpatrone:
  5. Lokale Biowärme Gemeinschaften, unterstützt durch eine überregionale Dach Genossenschaft “
  6. Ökostrom Sharing
  7. Gemeinschaftsgärten im Gemeindebau
  8. Aktions und Informationskampagne „Sharing is all around you“
  9. Nahrungsmittel am Dach
  10. Reduktion des Energieverbrauchs durch gemeinschaftliches Wohnen
  11. Sharing im Wohnquartier
  12. Smarte HausbesorgerInnen als EnergieberaterInnen
  13. Kommunale oder regionale Supportstelle für Sharing Initiativen

Es ist festzuhalten, dass bei Initiativen mit direktem Energiebezug Bottom up Ansätze kaum vorkommen, da die Themen zum einen sehr komplex sind, zum anderen die Menschen beim Energiethema sehr risikoavers agieren. Energie ist kein Thema, bei dem Menschen gerne Experimente eingehen. Um das Hemmnis hoher Komplexität aufzulösen, spricht man hier von bottom-linked Ansätzen. Dabei sind Initiativen in lokale Gemeinschaften eingebunden und werden in Kooperation mit lokalen Netzwerken umgesetzt. Für Themen, bei denen der Energiebezug nicht unmittelbar ist – z.B. Smarte Hausbesorgerinnen als EnergieberaterInnen, Sharing-Themen, Gemeinschaftsgärten – sind in der Regel unterstützende organisatorische Maßnahmen zu empfehlen bzw. Vorbildprojekte zu initiieren, um sie dann als Projekte zur Nachahmung als Erfolgsstorys zu kommunizieren.