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 1. Jänner 2019

Soziale Innovation: Definitionen von ExpertInnen

Im Rahmen des Förderschwerpunktes Energy Transition 2050 haben alle drei parallel laufenden Basisstudien ihre Definition zum Begriffspaar „Soziale Innovationen“ unternommen. Die Ergebnisse werden hier zusammengefasst.

Energiewende top-down (transAT)

Soziale Innovation kann als ein Prozess kollektiver Schöpfung einer neuen sozialen Praxis bezeichnet werden (Crozier/Friedberg 1993, S.19), als neuer Weg, Ziele zu erreichen, insbesondere neue Organisationsformen, neue Regulierungen, neue Lebensstile, die die Richtung des sozialen Wandels verändern, Probleme im Sinne der Nachhaltigkeit besser oder anders lösen als frühere Praktiken, und die deshalb wert sind verbreitet und institutionalisiert zu werden. „Technologische und soziale Innovationen gehen mit Veränderungen im sozialen Kontext einher, die oft Voraussetzung für eine weitere Verbreitung dieser Innovationen sind und sich somit gegenseitig bedingen” schreibt der wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung für Globale Umweltveränderungen (WBGU 2011, S. 342) in seinem Hauptgutachten „Welt im Wandel. Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation”.

Energiewende bottom-up (EBU)

  • Neuheit: Es handelt sich zum Zeitpunkt ihrer Entstehung um eine neue Problemlösung für den betrachteten Kontext, z.B. für eine Zielgruppe, eine Organisation, ein Thema oder eine Region.
  • Intentionalität des sozialen Nutzens: Die positive soziale Wirkung für eine unterversorgte Zielgruppe oder ein gesellschaftlich vernachlässigtes Thema sind deklariertes Ziel. Es wird ein Mehrwert für die Zielgruppen bzw. die Gesellschaft geschaffen.
  • Soziale Interaktion: Im Zuge der Umsetzung kommt es zu einem Mindestmaß an sozialer Interaktion.
  • Soziale Innovation kann eine einzigartige Rolle spielen, indem sie sowohl die nachhaltige Energieerzeugung als auch das Energiesparen anregt und um zusätzliche Werte wie lokale Lebensfähigkeit und Lernen ergänzt.

Energiewende über Soziale Innovationen (SINNergyTRANS)

Soziale Innovationen sind von spezifischen Akteuren/ Akteurskonstellationen ausgehende intentionale und zielgerichtete Neukonfigurationen sozialer Praktiken, in unserem Fall im Kontext der Energiewende. Dies umfasst insbesondere neue Sozialbeziehungen und Organisationsformen, neue Praktiken, neue Lebensstile, aber auch neue Wege des Denkens und Einordnens, die dazu beitragen, Probleme im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu lösen und die deshalb wert sind, nachgeahmt und institutionalisiert zu werden.

(nach Howaldt/Schwarz 2010 und Zapf 1989)

Tabelle 1: Die drei Definitionen im Vergleich

Fazit

Die Definitionen in den beiden Projekten Trans AT und SINNergyTRANS sind sehr ähnlich. Die Definition von EBU hat einen anderen Fokus, bei dem die soziale Interaktion und der soziale Nutzen für benachteilige Zielgruppen im Vordergrund steht.