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13. März 2019

Round Table I – Kreislaufwirtschaft am Beispiel Plastik

25 Mio. Tonnen an Kunststoffabfällen fallen jährlich innerhalb der EU an. Weniger als 30% davon werden einem fachgerechten Recycling zugeführt. 39% des gesammelten Plastikmülls werden thermisch verwertet, 30% werden deponiert und gehen der Wirtschaft als Rohstoff verloren.

Zielsetzungen der EU bis 2030 beinhalten, dass

  • alle Kunststoffverpackungen in der EU kostengünstig wiederverwendbar oder rezyklierbar sind bzw.
  • mehr als die Hälfte der in Europa anfallenden Kunststoffabfälle rezykliert werden.

Die Abfallbehandlung und -vermeidung von Plastik ist ein aufstrebendes Thema: Technische Innovationen sollen die Müllinseln in den Ozeanen aufsammeln, Teenager setzen ein Plastik-Verbot auf Bali durch und die EU veröffentlicht die Plastik Richtlinie. Neue Studien zeigen, dass sich Plastik bereits im menschlichen Körper befindet. Die Initiative #BeatPlasticPollution der UN zeigt bildlich, wie unsere Länder und Flüsse immer mehr mit Plastik belastet werden.

In einer fossilfreien Zukunft sind auch Kunststoffe besonders stark betroffen. „Kreislaufwirtschaft ist das Gebot der Stunde“, sagt Theresia Vogel, Geschäftsführerin des Klima- und Energiefonds. Kreislaufwirtschaft fördert die Wiederverwertung von Rohstoffen, die derzeit als Abfall entsorgt werden. Ziele der Kreislaufwirtschaft beinhalten:

  • Abfallvermeidung durch z.B. neues nachhaltiges Produktdesign (Eco-Design)
  • Hochrangige Verwertung (Wiederverwendung, Reparatur und Wiederaufbereitung)
  • Hochwertiges Recycling im Sinne einer stofflichen Verwertung forcieren, Downcycling vermeiden
  • Neue Nutzungsmodelle etablieren (z.B. Sharing – gemeinsame Nutzung von Produkten)

Länder haben verschiedene Herangehensweisen, um die Kreislaufwirtschaft umzusetzen: Deutschland verfolgt einen gemischten Top-Down- und Bottom-Up-Ansatz, die Schweiz tendiert mehr zu einem Bottom-Up-Modell und einem partizipativen Ansatz, während China die Kreislaufwirtschaft top-down umsetzte und damit zu den ersten gehört, welches diese in ihrer Verfassung verankerte.

Eine Herausforderung ist laut Julika Dittrich von der Plattform Circular Futures, dass Produkt-DesignerInnen verstehen, welche Anforderungen Endprodukte erfüllen müssen, um effektives Recycling zu garantieren. Auch die Problematik von Biokunststoff zu klären und die Bauwirtschaft mit ins Boot zu holen stellen zwei zukünftige Schwierigkeiten dar. Außerdem ist die Beratung im Umgang mit Abfällen einer der wichtigsten Bottom-Up-Ansätze, wie Abfallberaterin Angelika Büchler betont: „Sei gscheid vermeid“ ist einer ihrer Slogans.

Im Rahmen eines Round Tables diskutierten die TeilnehmerInnen der Basisstudien Möglichkeiten, die Begriffe „top-down“, „bottom-up“ und „soziale Innovationen“ in den Kontext der österreichischen Kreislaufwirtschaft am Beispiel Plastik einzuordnen. Daraus eröffnete sich eine Diskussion, Empfehlungen zur Förderung sozialer Innovationen und Bottom-Up-Initiativen abzuleiten und fördernde Rahmenbedingungen (top-down) zu identifizieren.