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19. Juni 2019

Klimafonds goes EU: Interaktiver Energy Talk in Brüssel voller Erfolg

Ja, die Energiewende ist eine Herkulesaufgabe. Aber anders als die heroischen Herausforderungen des antiken Helden betrifft sie nicht eine einzelne Person, Nation oder Institution, sondern uns alle. Sektorübergreifende Zusammenarbeit auf allen Ebenen heißt der Schlüssel zum Erfolg. Und damit ist nicht nur der internationale Zusammenschluss der drei großen Musketiere Politik, Wissenschaft und Wirtschaft gemeint. Eine Abstimmung dieser Kräfte ist natürlich unerlässlich, um die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, aber dennoch wird eine vierte Kraft oft vergessen und unterschätzt, die für den Erfolg doch ebenso entscheidend ist: Der Privatsektor. Ganz wie d‘Artagnan in Dumas Roman ist es dieser vierte Teil, der die Truppe erst komplettiert und den drei alteingesessenen Kräften durch Ideenreichtum und Tatendrang frischen Wind in die Segel bläst. 

Potenzial der Kleinstädte

Die Europäische Union setzt sich schon lange intensiv mit einer nachhaltigen Entwicklung der europäischen Gesellschaft auseinander und bietet auch im Bereich „Smart Cities“ viele Fördermöglichkeiten an. Aber leider liegt der Fokus immer auf größeren Städten ab mehreren Hunderttausend EinwohnerInnen. Vergessen wir dabei nicht einen Großteil der Bevölkerung? Tatsächlich leben mehr als die Hälfte aller EU-BürgerInnen in Kleinststädten mit weniger als 50 000 EinwohnerInnen. Diese strukturschwachen Gebiete dürfen nicht vernachlässigt werden, denn auch Private und Gemeinden können viel für die Energiewende leisten. Darum hat der Klima- und Energiefonds im Rahmen der European Sustainable Energy Week 2019 einen Energy Talk zum Thema „Small but smart – any city can boost energy transition” gehalten. Wir haben über das live-Umfragetool sli.do die Meinungen im Publikum abgetastet und dabei herausgefunden, dass vielen gar nicht bewusst ist, wie viele EU-BürgerInnen in Kleinstädten leben und wie groß daher das Potential ist, auch auf kleinster Ebene zu agieren.

Bürgerinitiativen und best-practice Beispiele als Wegweiser

Am Ende des Talks entstand ein lebhafter Dialog darüber, welche Aktionsfelder für Kleinstädte am wichtigsten sind um eine nachhaltige und „smarte“ Entwicklung zu erfahren. Die Conclusio daraus war, dass eine kleine Stadt meist nicht über genug Ressourcen verfügt, um beispielsweise an EU-Förderungen teilzuhaben oder eigene Projekte aufzuziehen. Mit dem best-practice Beispiel „Loadshift Oberwart“ konnten wir den internationalen Gästen zeigen, dass es sich aber lohnt auch in diese Kleinstädte zu investieren. Die hohe Bürgerinitiative und hands-on-Pragmatik der BewohnerInnen von Oberwart haben dieses österreichische Förderprojekt erst richtig erfolgreich gemacht.

Teamwork ist gefragt

Wir hoffen, dass wir mit unserer Botschaft – kleine Städte und damit vorwiegend private Personen, Gruppen und Vereine für die Energiewende mit an Bord zu holen – den einen oder anderen im Publikum inspirieren und motivieren konnten. Denn wie bereits gesagt, ein Nachhaltigkeitsziel ist keine ein-Personen-Heldentat à la Herkules, sondern Teamwork. Und wo die vier Musketiere Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und der Privatsektor zusammenkommen, wenn wir also alle mitarbeiten, kann die Energiewende nichts mehr aufhalten.