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20. März 2019

Gemeinschaft als neues Stadtteilmanagement

Gemeinschaftliches Wohnen

Der Zusammenschluss von Menschen, die ähnliche Wohnideen haben, macht es ihnen möglich, nach eigenen Vorstellungen und dennoch relativ kostengünstig zu bauen. Da die NutzerInnen bereits in der Planung bekannt und involviert sind, können innovative Bau- und Wohnformen realisiert werden. Oft werden besondere Schwerpunkte gesetzt, wie z.B. Wohnen für Ältere, mit Kindern, Generationenwohnen oder hoher ökologischer Standard.

Gemeinschaftswohnprojekte können zudem auch in Bezug auf den Stadtteil positive Effekte haben, da deren Engagement für das eigene Lebensumfeld meist nicht an der Haustür endet – beispielsweise durch spezifische gewerbliche, kulturelle oder sonstige Angebote, von Kinderbetreuung bis zur (leichteren) Kombination von Wohnen und Arbeiten. Sie wirken der zunehmenden Individualisierung unserer Gesellschaft (Einsamkeit und Isolation) entgegen und viele bieten Selbsthilfesysteme in verschiedenen Lebensabschnitten (insbesondere bei Alleinerziehenden und Älteren) oder ermöglichen auch Integration von Randgruppen, Flüchtlingen etc. Alte Menschen können durch die Einbindung in die Gemeinschaft länger in diesem Umfeld bleiben.

 

Eine Liste einiger Wohnprojekte und Baugruppen finden Sie hier:

http://inigbw.org/wohnprojekte

 

Informationen zu generationenübergreifendem Wohnen bieten die folgenden Webseiten:

https://kolokation.net/

https://www.gemeinsamwohnen.at/

Gemeinschaftsgärten

Eine weitere Art sich zu vernetzen und Synergien zu nutzen ist das gemeinschaftliche Gärtnern. In Gemeinschaftsgärten wächst weit mehr als nur selbstherangezogenes Gemüse, es entsteht – oft ganz nebenbei – eine Gemeinschaft, die im sozialen Miteinander Kommunikations- und Integrationsprozesse ermöglicht.

Gemeinschaftsgärten sind Gärten, die von einer Gruppe von Menschen betrieben werden. Hier spielt aber nicht nur das Gärtnern eine Rolle, sondern auch das gemeinsame Arbeiten, die Mitgestaltung des Stadtteils, die Möglichkeit der Partizipation innerhalb einer Gemeinschaft, die Entwicklung eines gemeinschaftlichen Sinns im gemeinsamen Tun und letztlich das kommunikative Zusammensein im Garten. Ein eigenes Stückchen Garten bietet auch MigrantInnen in der Stadt die Möglichkeit Produkte, die hier nicht heimisch sind, selbst anzubauen.

Die Flächen, auf denen Gemeinschaftsgärten errichtet werden, gehören meist öffentlichen Trägern, wie Städten, Kommunen, Kirchen oder Stiftungen. Die Nutzung der Fläche durch eine Gartengruppe wird oft über einen Vertrag geregelt. In den Gärten gibt es Einzelparzellen für den individuellen Anbau der beteiligten GärtnerInnen, sowie Gemeinschaftsflächen. Wasserkosten, Versicherung, Abfall und andere Kosten werden meist zur Gänze von der Stadt oder von Organisationen übernommen oder müssen anteilig von den GärtnerInnen übernommen werden. Zukünftig wird die vertikale Gemüseproduktion, also der Anbau an Hauswänden, an Bedeutung gewinnen.

 

Gemeinschaftsgärten bieten viele Vorteile:

  • Natur im urbanen Raum – ein Stückchen Grün in der eigenen Nachbarschaft
  • Anbau von Nutz- und Kulturpflanzen – städtischer Boden wird wieder urbar gemacht, neue Lebensräume für Insekten, Schmetterlinge und Vögel
  • Bildung – vielfältige Lern- und Handlungsräume
  • Vernetzung – Menschen aus der Umgebung kennenlernen
  • Politischer Handlungsraum – in offen-demokratischen Aushandlungsprozessen werden die Belange der Gartenstruktur, des Gartenalltags und des sozialen Miteinanders verhandelt und vereinbart.
  • Soziales Miteinander – Kommunikation, gegenseitige (Nachbarschafts-)Hilfe und tätiger Wissensaustauschs
    Persönliche Weiterentwicklung –Der Garten hilft sich selbst in einem neuen Kontext kennen zu lernen, das eigene Selbst- und Weltbild wahrzunehmen und einen eigenen Weg in selbstbestimmter und eigenverantwortlicher Weise zu finden.
     

Vereine wie Gartenpolylog unterstützen Gruppen bei deren Aufbau, der Organisation von Prozessen und beim Erlernen von gärtnerischen Kompetenzen. 

Gemeinschaftsgärten finden: https://gartenpolylog.org/gartenkarte

 

Texte sind teilweise adaptiert von:

http://inigbw.org/gemeinschaftlich-wohnen/faq

https://gartenpolylog.org/gemeinschaftsgaerten

Autorin: Elisabeth Schabbauer