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März 2019

Energy Transition – Statements der Beteiligten an Studie „Energiewende bottom-up“

© Klima- und Energiefonds

„Unter Energy Transition verstehe ich neben der Bereitstellung neuer technologischer Möglichkeiten vor allem auch das lokale/regionale Vorantreiben von Möglichkeiten und Pfaden einer weitgehenden Dekarbonisierung der Energiesysteme; unter Einbeziehen neuer Akteure und unter Berücksichtigung sozialer Aspekte. Das, was technisch bereits möglich und ökologisch vorteilhaft ist, soll so weit in die konkreten Lebenswirklichkeiten der Menschen gebracht werden, dass neue, konkreter als bisher erlebbare Formen der Energieaufbringung und -nutzung als völlig selbstverständlich wahrgenommen werden. Zu diesem Zwecke müssen Wahrnehmung und Umgang mit dem Thema Energie in der Gesellschaft verändert werden. Das bedeutet letztendlich eine Abkehr von der bisher vorherrschenden Sichtweise, dass Energie primär verlässlich und billig verfügbar sein muss. Energie muss von einem „low involvement product“ zu einem „high involvement product“ werden. Wenn das großflächig gelungen ist, dann ist auch die Energiewende gelungen.“

Roland Hierzinger, Österreichische Energieagentur

 

 

„Unter Energy Transition verstehe ich die gesamtgesellschaftliche Entwicklung hin zu einer nachhaltigeren Lebensweise. Dieser Wandel muss Bereiche wie Produktion, Konsum, Arbeit, Mobilität, Wohnen und Lebensstil umfassen und folglich von einer großen Zahl gesellschaftlicher AkteurInnen getragen werden. In der Verantwortung stehen Wirtschaft, Politik und Bildungs- und Sozialeinrichtungen wie auch jede/r Einzelne von uns. Zentral erscheint, dass Energy Transition nicht getrennt oder gar im Widerspruch zur sozialen Entwicklung einer Gesellschaft gedacht werden darf. Maßnahmen zur Energiewende dürfen nicht zu Lasten von benachteiligten Gruppen gehen und nicht auf Kosten niedriger Einkommen finanziert werden. Damit ein tiefgreifender Wandel im Sinne der Energy Transition erfolgreich sein kann, müssen alle Gesellschaftsmitglieder inkludiert und sozialer Polarisierung entgegengewirkt werden.“

Mara Verlic, Caritas

 

„Derzeit wird durch menschliches Handeln weltweit jährlich so viel CO2 in die Atmosphäre befördert, wie CO2 erdgeschichtlich von der Natur über einen Zeitraum von einer Million Jahren in urzeitlich lebenden Pflanzen und Tieren gebunden und danach über weitere z.T. hunderte Millionen Jahre in Form fossiler Kohlenwasserstoffe in Erdschichten (als Kohle, Erdöl oder Erdgas) fixiert wurde. Energy Transition bedeutet den Umbau des Energiesystems und die Veränderung unserer Wirtschaftsweise, sodass bis 2050 eine Konsolidierung des menschengemachten durchschnittlichen Temperarturanstiegs in der Atmosphäre und in den Weltmeeren, ausgehend vom vorindustriellen Zeitalter, auf 1,5 °C gelingen kann. Das bedeutet, dass unser Energiesystem und unsere gesamte Wirtschaftsweise noch vor 2050 keinen Nettoeintrag von Treibhausgasen in die Atmosphäre verursacht. Entsprechend ambitionierte politische Weichenstellungen müssen es der Bevölkerung erlauben, sich an diese Herausforderungen schrittweise anzupassen. Der Umbau des Energiesystems wird dabei zu wesentlichen Teilen auch dezentral, vor Ort erfolgen. Bottom-up-Ansätzen und Sozialen Innovationen kommt daher eine Schlüsselrolle in Hinblick auf die Energy Transition zu.“

Herbert Tretter, Österreichische Energieagentur