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31. Jänner 2022

Eine Expert:innen Delphi Methode zur Entwicklung von Bewertungskriterien

Ziel des Projekts FIRST (Frugale Innovationen für resiliente Städte) war die Entwicklung eines Bewertungsschemas für frugale Innovationen, die Lösungen für zukünftige Herausforderungen hinsichtlich Resilienz im urbanen Gebiet bieten. Das Bewertungsschema wurde für Entscheidungsträger:innen einer Stadt oder einer Gemeinde (z.B. Förderstellen und Verwaltungsstellen) entwickelt. Das Schema kann in unterschiedlichen Bewertungs- und Entscheidungssituationen eingesetzt werden, um eine verbesserte Entscheidungsfindung zu gewährleisten; um Ideen, Konzepte und Projekte zu fördern; und um Resilienz-Maßnahmen in Bezug auf zukünftige Herausforderungen zu setzen. Das Schema dient der Eigenevaluierung, Zwischenevaluierung und Qualitätssicherung von Produkten und Dienstleistungen.

Das Expert:innen-Delphi

Für die Entwicklung des Bewertungsschemas wurde die Expert:innen-Delphi Methode angewendet (Befragung von Expert:innen in mehreren Runden). In der ersten Delphi-Runde wurden Expert:innen aus dem frugalen Innovationsmanagement, der Stadtentwicklung und der Resilienzforschung zu den Zielen und Eigenschaften frugaler und resilienter Lösungen befragt. Die Erkenntnisse wurden zu einem ersten Kriterienvorschlag zusammengeführt und in der zweiten Delphi-Runde von den Expert:innen evaluiert. In der dritten Delphi-Runde wurden im Rahmen eines Workshops Zielkonflikte der einzelnen Kriterien diskutiert. Den Abschluss bildete die genaue inhaltliche Beschreibung der einzelnen Kriterien, und die Festlegung der Indikatoren. 

Abbildung 1: Ablauf des Expert:innen Delphi Prozesses, Quelle: Fachhochschule Technikum Wien

Folgende Forschungsinstitute und Fachschwerpunkte wurden zur Teilnahme an dem Expert:innen-Delphi Prozess eingeladen:

  1. Büro für nachhaltige Kompetenz – Gender Planning, Mobilitätsforschung
  2. CAMPUS 02 Graz – Innovationsmanagement
  3. Central European University – Sustainable development and governance
  4. Centre for Frugal Innovation in Africa
  5. Delft University of Technology – Economics of Technology and Innovations
  6. Erasmus University Rotterdam International Institute of Social Studies (ISS) – Housing and Urban Development
  7. Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA – Frugale Innovationsprozesse
  8. Green Energy Lab – Entwicklungszusammenarbeit in Afrika und Latin Amerika
  9. Joanneum Research, Graz – Stadt- und Raumorganisation, Technologie, Innovation und Politikberatung
  10. Leiden University – African Studies
  11. New Design University, St. Pölten – Technik & Wirtschaft, Mitglied Frugal Innovation Network
  12. Smart City Wien (MA18) – Urban Development and Planning
  13. Smarter Than Car – Ökologie, Gesellschaftliche Transformation und Partizipation
  14. Technische Universität Hamburg – Innovationsmanagement
  15. TU Wien –  Stadt- und Regionalforschung
  16. Universität für angewandte Kunst Wien – Social Design – Arts as Urban Innovation
  17. Urban Innovation Vienna – Smart city agency, future cities
  18. Universität Graz – Sustainability and Innovation Management
  19. Universität St. Gallen – Technology and innovation management, Mitglied Frugal Innovation Network
  20. Urbanity – Projektleitung, Forschung, Architekturjournalismus

Relevanz der Methode

Das Interesse an der Teilnahme an dem Delphi-Prozess war seitens der Expert:innen sehr groß, was die Aktualität und Relevanz der Themen „frugale Innovation“ und „Resilienz“ hervorhebt. Die Expert:innen-Delphi Methode erwies sich als sehr erfolgreich für das Projekt FIRST. Die Methode ermöglicht wiederholt Erkenntnisse zu bewerten und so die Qualität der Ergebnisse maßgeblich zu erhöhen. Dieses Verfahren bietet sich vor allem in Bereichen an, in denen aktuelle Entwicklungen umstritten oder wenig bekannt sind, weil beispielsweise technologische und gesellschaftliche Veränderungen nur punktuell oder kaum erforscht sind. Dadurch lassen sich neue Potentiale im Kontext frugaler Innovationen erschließen. Die wiederholte Einbeziehung externer Expert:innen ist dabei sowohl auf inhaltlicher als auch methodischer Ebene vielversprechend, um zuverlässige Bewertungen in einem weniger erforschten, hochaktuellen Themenbereich zu erfassen.

Informationsbroschüre

Die Erkenntnisse aus dem Expert:innen-Delphi flossen in die Entwicklung des finalen Bewertungsschemas mit ein. Ein Leitfaden zur Anwendung des Bewertungsschemas und zur Auswertung der Ergebnisse wurde in Form einer Informationsbroschüre für Entscheidungsträger:innen erstellt.

Danksagung

Wir danken insbesondere allen Expert:innen für die Teilnahme an dem Expert:innen-Delphi Prozess.

Das Forschungs- und Entwicklungsvorhaben wurde im Rahmen des Programms „Smart Cities Demo – Boosting Urban Innovation“ vom Österreichischen Klima- und Energiefonds gefördert.