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30. November 2021

DigAT-2040: Effekte der Digitalisierung auf Energieverbrauch und Klima

Digitalisierung und die Anwendung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) haben einen wesentlichen Einfluss auf die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Gesellschaft. Nachhaltig ausgerichtet können diese einen wichtigen Beitrag für die Energiewende und den Klimaschutz leisten.

Hintergrund

In der 3. Ausschreibung des Programms „Energy Transition 2050“ wurde vom Klima- und Energiefonds (KLIEN) eine F&E-Dienstleistung zum Thema „Die Auswirkungen der Digitalisierung auf Energieverbrauch und Klima in Österreich“ finanziert. Den Zuschlag für diese Ausschreibung hat die Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency gemeinsam mit dem Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie bekommen. Diese Studie wird, nach 12-monatiger Projektlaufzeit, am 15. Februar 2022 abgeschlossen werden.

Projektinhalte

Digitalisierung und die Anwendung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) haben wesentlichen Einfluss auf die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Gesellschaft. Nachhaltig ausgerichtet können diese einen wichtigen Beitrag für die Energiewende und den Klimaschutz leisten. Folgende Fragestellungen werden im Rahmen dieser F&E-Dienstleistung untersucht:

  • Wie werden sich der IKT-bedingte Energieverbrauch und die Treibhausgasemissionen bis 2040 in Österreich entwickeln?
  • Worin bestehen die Möglichkeiten und Potenziale der Digitalisierung, einen Beitrag zur Reduktion von Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen in den unterschiedlichen Sektoren bis 2040 zu leisten?
  • Welche Reboundeffekte sind möglich, und wie wirken sie sich auf Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen bis 2040 in Österreich aus?
  • Durch welche technologischen Innovationen „Made in Austria“ ist eine nachhaltige, energie- und klimaschonende Gestaltung der Digitalisierung möglich, und welche FTI-politischen Maßnahmen sind notwendig, um dieses Potenzial zu nutzen?

Die Ziele des Projektes betreffen somit zwei Aspekte: zum einen die Quantifizierung von Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen im Kontext der Digitalisierung und zum anderen FTI-politische Maßnahmen zur Förderung von Technologien in Österreich.

IKT in Österreich 2019/2020

Erste Zwischenergebnisse des Projektes sind, unter anderem, die Abschätzung des derzeitigen Energieverbrauchs und die daraus resultieren Treibhausgasemissionen der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in Österreich. Diese Abschätzung wurde auf Basis nationaler und internationaler Markt- und Technologiestudien, der Energiebilanz und der Nutzenergieanalyse der Statistik Austria sowie mittels Fermi-Problem-Abschätzungen durchgeführt bzw. plausibilisiert.

Der abgeschätzte Energieverbrauch der IKT in Österreich im Jahr 2019/2020 beträgt 4,7 TWh. Hiervon haben Haushalte mit 1,4 TWh sowie Rechenzentren mit 1,2 TWh den größten Anteil, gefolgt von der Arbeitsplatz-IT (1,0 TWh) und der Telekommunikation (0,8 TWh). Kleinere Anteile haben die Öffentliche Nutzung mit 0,1 TWh und die Gebäudeversorgung mit 0,2 TWh (siehe auch Abbildung 1). Welche Gerätetypen und Infrastruktur zu diesem Energieverbrauch betragen, wird in Abbildung 2 grafisch dargestellt. Im Jahr 2020 lag der gesamte österreichische Endenergieverbrauch bei 293 TWh, davon entfielen 61 TWh auf elektrische Energie. Somit macht der hier abgeschätzte IKT-Stromverbrauch ca. 1,6 % des gesamten Endenergieverbrauchs in Österreich aus, und ca. 7,7 % des Endenergieverbrauchs für elektrische Energie.

 

Abbildung 1: IKT-Stromverbrauch in Österreich 2020; Quelle: (Fraunhofer-IZM 2015); (Eurostat 2021a), (Eurostat 2021b), (Eurostat 2021c), (Eurostat 2021d), (Eurostat 2021e), (Eurostat 2021f), (Eurostat 2021g), (Eurostat 2021h), (Eurostat 2021i), (Eurostat 2021j) und Berechnungen AEA

Abbildung 2: IKT-Stromverbrauch in Österreich 2020 – Detailansicht; Quelle: (Fraunhofer-IZM 2015); (Eurostat 2021a), (Eurostat 2021b), (Eurostat 2021c), (Eurostat 2021d), (Eurostat 2021e), (Eurostat 2021f), (Eurostat 2021g), (Eurostat 2021h), (Eurostat 2021i), (Eurostat 2021j) und Berechnungen AEA

Die aus diesem IKT-Stromverbrauch entstehenden direkten THG-Emissionen betrugen je nach der verwendeten Methode und Betrachtungsweise zwischen 0,36 und 1,06 Mio. t CO2-Äquivalent (Abbildung 2). Im Jahr 2018 lagen die gesamten Treibhausgasemissionen in Österreich bei 79,0 Mio. t CO2-Äquivalent (UBA 2020). Die THG-Emissionen der IKT, berechnet nach der national bilanziellen Methodik, betragen 0,56 Mio. t CO2-Äquivalent im Jahr 2019/2020 und entsprechen damit ca. 0,7 % der gesamten THG-Emissionen in Österreich im Jahr 2018.

 

Abbildung 3: IKT Treibhausgasemissionen in Österreich für das Jahr 2020; Quelle: (Fraunhofer-IZM 2015); (Eurostat 2021a), (Eurostat 2021b), (Eurostat 2021c), (Eurostat 2021d), (Eurostat 2021e), (Eurostat 2021f), (Eurostat 2021g), (Eurostat 2021h), (Eurostat 2021i), (Eurostat 2021j), (E-Control 2020), (OIB 2019) und Berechnungen AEA

 

Weitere Ergebnisse der Studie werden im Jänner und Februar 2022 auf der „Energy Transition 2050“-Homepage präsentiert.

Bei Rückfragen stehen Ihnen Michael Rohrer (michael.rohrer@energyagency.at) und Martin Baumann (martin.baumann@energyagency.at) von der Österreichischen Energieagentur gerne zur Verfügung.