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23. März 2020

Bund Deutscher Architekten: Plädoyer für Abkehr vom Wachstumsgedanken

Auszug aus dem Prolog des Positionspapiers:

„Der Traum vom ewigen Wachstum ist geplatzt. Reduktion ist keine modische Attitüde, sondern Überlebensnotwendigkeit. Ökologisches Umsteuern braucht Ideen und Kreativität.
Was wollen wir hinterlassen? Wir haben nur diese eine Welt. Für ihren Erhalt tun auch wir als Architektinnen und Architekten, als Stadtplanerinnen und Stadtplaner zu wenig. […]
Der Qualität der Architektur und des Bauens kommt eine grundsätzliche Bedeutung zu. Erst ein Gebäude, das sich aufgrund seiner architektonischen Qualität über Jahrzehnte in der Nutzung bewährt und damit die derzeit wirtschaftlich kalkulierte Lebensdauer von 30 bis 50 Jahren bei weitem übersteigt, wird dem Nachhaltigkeitsgedanken gerecht und ist im Sinne der Gesellschaft werthaltig.“

Das Positionspapier „Das Haus der Erde“
Das Papier plädiert in zehn Punkten für eine Abkehr vom Wachstumsgedanken und ruft ArchitektInnen und StadtplanerInnen auf, für ein Lebensverständnis einzutreten mit Schwerpunkt im Wiederverwenden, Umnutzen, Nachnutzen und Mitnutzen. Dazu zählen:

  • Die „Intelligenz des Einfachen“ muss die technische Aufrüstung zu „intelligenten Gebäuden“ ersetzen.
  • Dem Erhalt des Bestehenden kommt Priorität vor dem leichtfertigen Abriss zu.
  • Alle verwendeten Materialen müssen vollständig wiederverwendbar oder kompostierbar sein.
  • Der Verzicht auf kohlenstoffbasierte Materialien und fossile Brennstoffe im Bauen tritt an die Stelle der Energieeffizienz.
  • Mobilität muss als konzeptionelle und gestalterische Aufgabe von Architekten und Stadtplanern verstanden werden.
  • Die gewachsene Polyzentraliät Deutschlands muss gestärkt werden.
  • Eine Kultur des Experimentierens sowie politische Versuchsräume sollen Ideen und Vorschläge für klimagerechte Lebens- und Verhaltensweisen erproben helfen.